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Rückblick: Seniorenferien 2026

Mit 30 reiselustigen Damen und Herren sollte die Fahrt am 6. Juni vor dem Kirchgemeindehaus starten. Leider war es einer Teilnehmerin nicht vergönnt, mit uns loszufahren. Durch einen Fehltritt auf dem neuen Trottoir fuhr sie stattdessen mit der Ambulanz ins Spital. In gedämpfter Stimmung nahmen wir Eveline Saouds Wegsegen dankbar entgegen, der uns mit Gesundheit, schönen gemeinsamen Begegnungen und Gesprächen während den Seniorenferien begleiten würde. Sie bat auch um den Segen für die beiden Busse, dass die Technik und die Motoren zuverlässige Begleiter sind. Es half, sowohl die Busse als auch die Fahrer, Jürg Lehner und Markus Gratwohl, wie auch alle Mitreisenden erreichten Kilchberg wieder wohlbehalten.

Die Fahrt führte nach Davos, wo es bereits die erste Bündner Spezialität, Capuns, zu geniessen gab. Weiter ging es über den Flüela, der trotz Regen landschaftlich beeindruckte. In Scuol, im Hotel Belvair, wurden wir freundlich mit viel Information, aber auch Kaffee und Kuchen, empfangen. Das Hotel war luxuriös: schöne moderne Zimmer, ein Thermalbad und täglichem 4-Gang-Menu trugen zu einem angenehmen Zusammensein bei. Die Region um Scuol ist berühmt für ihre über zwanzig natürlichen Mineralquellen. Dies durften wir vom Dorfführer erfahren, der uns auch die Tradition des Engadiner Baustils mit den beiden runden Torbogen und Erker erklärte. Natürlich sind alle Häuser im alten Dorfkern mit wunderbaren Sgrafitti geschmückt.

Unsere Ausflüge führten uns täglich in eine andere Dorfkirche, meist unter Denkmalschutz stehend, die in ihrer Schlichtheit überzeugten und einen würdigen Rahmen für die Andachten bot. In Guarda, im Schellenursli-Dorf, erklärte Eveline, dass der Leitfaden der Woche «Steine» heisse. Steine als Bausteine, Steine als Berge, Steine als Symbole, weitergesponnen bis zur Politik, das Thema war sehr vielschichtig. Begleitet wurden wir von Evelines Geigenspiel, wie auch von Erikas spontanen Einsätzen auf dem Harmonium. Später in Giarsun durften wir in der Schmiede das alte Kunsthandwerk anhand der Herstellung eines Messers erleben. Mit dem «Schellenursli-Film» schloss sich der Kreis: das Dorf Guarda, wo Selina Chönz’s Kindergeschichte mit der Illustration von Alois Carigiet entstand und dem Besuch in der Schmiede, wo auch Uorsins Glocke ihren Ursprung fand. Die Fahrt über den Ofenpass führte uns nach Santa Maria in die 1928 gegründete Handweberei, wo wir staunten, wie aufwändig ein Webstuhl eingerichtet wird. Eine interessante Führung in Müstair, im Kloster St. Johann, durfte natürlich nicht fehlen. Ein Ausflug, leider bei Regenwetter aber dennoch sehr gelungen, war ins Seitental S-Charl, bei welchem der Höhepunkt der Besuch im Museum «Schmelzra» war, das dem Bergbau und Bären gewidmet ist. Zum Abschluss ging es mit dem Bummelzug von Zuoz nach Varusch am Eingang des Nationalparks, wo wir der wunderbaren Natur mit Wäldern, bunten Blumenwiesen und Bächen zugetan waren.

Der Schlussabend war dieses Jahr ganz besonders. Zwei Sänger aus Evelines Bekanntenkreis unterhielten uns mit rätoromanischen und italienischen Volksliedern, animierten auch mit Mundart-Lumpenliedli zum Mitsingen. Die gute Stimmung tröstete uns über die langen Wartezeiten beim Essen hinweg. Hier nahm ich, Linda Gratwohl, die Gelegenheit wahr, einen Rückblick über die vergangenen 18 Jahre Seniorenferien der Reformierten Kirche Kilchberg zu präsentieren. Ich verabschiedete mich nach 17 Jahren als Mitorganisatorin und Begleiterin bei Zielen in Österreich, Deutschland und vor allem in den letzten Jahren in der Schweiz. Was war mein Motor und Motivator für all die Jahre? Es waren die Seniorinnen und Senioren, die mir das Vertrauen schenkten, sich immer mit grosser Dankbarkeit erkenntlich zeigten, es war ein Geben und Nehmen. Ich werde die Tage der Gemeinschaft in mir tragen und nie vergessen. Ebenso steht ein Abschied von Markus, meinem Ehemann, an. Er begleitete uns während sieben Jahren als Busfahrer und Sicherheit für viele der Teilnehmenden in medizinischen und menschlichen Belangen. Nun geben wir anderen Personen die Möglichkeit, an dieser Aufgabe zu wachsen, so wie es mir ergangen ist, und sie mit Herzblut anzugehen. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen weitere befruchtende Begegnungen und Momente der Gemeinschaft und Freundschaft.

Linda Gratwohl, ehemalige Kirchenpflegerin und heutige Freiwillige in der Seniorenarbeit

Die Reformierte Kirche Kilchberg dankt Linda und Markus Gratwohl, Jürg Lehner, Eveline Saoud und Caroline Matter herzlich für ihren wertvollen Einsatz bei den Seniorenferien 2026. Ihr Engagement und ihre herzliche Begleitung haben wesentlich zum Gelingen dieser besonderen Ferienwoche beigetragen.

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