AFPJC / ICPA – Projekt

Markus Vogel, Beirat der Stiftung Greuter-Briner, stellt das neue Projekt vor und berichtet über die Entstehung, den aktuellen Stand und die nächsten Schritte.

Ein Neuanfang zur Rettung der «Idee Eproba»

Der kongolesische Staat hat neu ein «Ministère de la Formation Professionelle et Métiers» zur Unterstützung der praktischen Berufsausbildung formiert. Wir haben 2023 AFPJC (Assoc. pour la Formation Professionelle de la Jeunesse Congolais) gegründet mit dem Ziel, als Trägerverein für praktische Berufsausbildungen zu fungieren. 2024 wurde der Verein vom neuen Ministerium akkreditiert. Die Berufsschule selbst trägt den Namen ICPA (Institut de Compétences Professionelle de l’AFPJC).
Der seit 10 Jahren von der Stiftung Greuter-Briner finanzierte, sehr erfolgreiche Lehrgang in Photovoltaik läuft schon heute als erste Sektion unter AFPJC/ICPA. Aus der Familie Kabangu konnten wir langfristig ein Gelände in Limette/Kinshasa pachten. Ein schon vorhandenes Gebäude wurde 2024 renoviert und erweitert zum Schulhaus inkl. Atelier- und Büroräumlichkeiten. Ein weiterer Bau ist geplant für eine Schreiner Ausbildungsstätte. Die ganze Ausrüstung dazu wurde schon 2023 in der Schweiz gekauft und steht in einem Container auf dem Gelände bereit. Für 2025 steht die Ausarbeitung von Lehrplänen für Elektriker und Schreiner auf dem Programm. Dies unter Mithilfe von Schweizer Fachleuten und mit dem Ziel der Akkreditierung beim neuen Ministerium.
Um externe Aufträge ausführen zu können, haben wir im Juni 2024 die Firma Polybat Sarl gegründet. Dies unterstützt die praktische Ausbildung der Lernenden und soll in Zukunft wesentlich zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Schule beitragen (autofinancement!) Leider durfte Eproba keine solche Aufträge ausführen.
Die neue Berufsschule ICPA in Limete steht also bereit für die etappierte Aufnahme der praxisorientierten, dualen Berufsbildung und wir sind auf dem Weg, der Idee der beiden Eproba Gründer Gilbert Kabangu und Hans Greuter, wieder eine erfolgreiche Zukunft zu geben!

Markus Vogel, Beirat Stiftung SGB

Jean Gilbert Kabangu und Hans Greuter

Jean Gilbert Kabangu (Kinshasa) und Hans Greuter (Kilchberg) sind die Initianten der vor 35 Jahren gegründeten Schule für Bauberufe,  EPROBA, in Kinshasa. Sie bildete junge Kongolesen nach dem Schweizer System der Dualen Bildung aus und wurde von Beginn durch die Kilchberger Kirchen unterstützt.

Hans Greuter war die Berufsbildung in Afrika ein Herzensanliegen. Er war in den 60er Jahren zuerst als Lehrer und dann auch als Entwicklungshelfer im Kongo tätig. Im Jahre 2006 gründete er, zusammen mit seiner Frau Ursula, die «Stiftung für Berufsbildung in Schwarzafrika», welche jetzt Teil der Stiftung Greuter-Briner ist. Vor allem durch das sehr grosszügige Legat von Hans Greuter (er starb im September 2022) haben wir mit der Stiftung SGB überhaupt die Möglichkeit erhalten, das in dieser Präsentation beschriebene Schulprojekt «ICPA» ins Auge zu fassen.

Der Gründung von ICPA und auch die ersten Bauarbeiten wurden mit und durch Jean Gilbert Kabangu ausgeführt.

Leider ist Jean Gilbert überraschend im Dezember 2025 gestorben.

Wir bemühen uns, das Lebenswerk von Jean Gilbert und Hans in ihrem Sinne weiterzuführen und denken mit Dankbarkeit und Wehmut an die beiden zurück! 

ICPA: Es begann mit einem Container …

2021 starteten wir ein Projekt zur Erneuerung des Schreinerateliers in der EPROBA. Das wurde noch mit Hilfe des verstorbenen Kilchbergers Hans Greuter begonnen. Im Jahre 2023 kauften wir Werkzeuge, Hobelbänke und Occasion Schreinereimaschinen in der Schweiz und verschifften sie nach Kinshasa. Leider hatte sich das Verhältnis mit EPORBA so weit verschlechtert, dass wir diese Materialien nicht mehr zur EPROBA bringen wollten. Aber wohin nun mit dem Conatiner ?!?

Glücklicherweise konnten wir von der Familie von Jean Gilbert Kabangu ein Gelände in Kinshasa pachten, wo der Container einen Standplatz fand … und sich die Idee entwickelte, auf diesem Gelände eine neue Schule zu planen.

Das Gebäude auf dem rechten Foto ist ein Wohnhaus, welches wir 2024 umgebaut und erweitert haben. Darin startete Anfangs 2025 der erste Ausbildungskurs in Photovoltaik.

ICPA: Ausbildung in Photovoltaik seit 01/2025

2015 wurde für die EPROBA eine Photovoltaikanlage (PV) erstellt. Aus diesem Projekt (zusammen mit solafrica.ch und Greenpeace CH) entwickelte sich ein Kurs in PV Technik, finanziert von der Stiftung Greuter-Briner (SGB), der nun schon über 10 Jahre sehr erfolgreich läuft. Aktuell findet dieser Jahreskurs nun zum ersten Mal in unserem neuen Schulhaus, also ausserhalb der Eproba statt.

Unsere Organisation

AFPJC  „ Association pour la Formation Professionnelle de la Jeunesse Congolaise“ Trägerverein für den Betrieb einer Schulen, vom kong. Staat anerkannt

ICPA „ Institut de Competences Professionnelles de l‘AFPJC» Die neue Berufsschule; sie wird kontrolliert durch das relativ neue staatliche Bildungsministerium „Métiers et Art“. Operative Leitung durch drei sehr geschätzte Lehrer von EPROBA: Henry Tshiswakawa – Informatiker, vorgeschlagen als Directeur EPROBA, Joel Mukuna Kabangu – Betriebswirt, Finanzen und Projekte, Thomas Nsita – Elektriker und PV Spezialist, weitere 8 Angestellte als Lehrer, Sekretärin, Magasinière, Securitas

Firma Polybat SARL zur Ausführung von kommerziellen Aufträgen

Unsere Mitarbeiter

Unsere Partner

Ganz zuoberst stehen die Kilchberger Kirchen. Sowohl die Reformierte als auch die Katholische Kirche haben an ihren Kirchgemeindeversammlungen 2024 zugestimmt, die bisherige jährliche Zuwendung an EPROBA neu für die ICPA aufzubringen. Wir können damit einen Grossteil der jährlichen Betriebskosten finanzieren.

Zur Schweizer Botschaft bestand schon zu EPROBA Zeiten ein enges Verhältnis, welches auch zu unserer neuen Schule ICPA weiterbesteht. Für eine PV Anlage haben sie uns 2026 einen Betrag von CHF 20’000 in Aussicht gestellt.

Für Lehrpläne, Unterrichtsmaterialien und Weiterbildung der Lehrer arbeiten wir mit einer Berufsschule in Colombier zusammen und sind neu auch mit dem Verband der Elektriker in der Schweiz in Kontakt. Im August war Joyce, eine junge Schreinerin aus der Schweiz für drei Wochen bei der ICPA im Einsatz.

Für die Lehrerweiterbildung in den allgemeinen Schulfächern wie Französisch oder Mathematik arbeiten wir mit der von Jean Gilbert Kabangu und seiner Frau gegründeten Primar- und Sekundarschule «Les Gazelles» zusammen.

ICPA: Was ist in Arbeit oder in Planung

  • Neues Schulgebäude für die Elektriker- und Schreinerausbildung in Planung und Ausschreibung der Bauarbeiten.
  • Design der Schreinerei und Ausschreibung der Bauarbeiten. Unterstützung durch Schweizer Fachleute.
  • Überarbeitung und Aktualisierung der Lehrpläne für Schreiner- und Elektrikerausbildung. Unterstützung durch Schweizer Fachleute.
  • Recruiting und Ausbildung von zukünftigen Lehrpersonen in Zusammenarbeit mit der Schule „Les Gazelles“
  • Ziel: Begin der Schreiner- und Elektrikerausbildung im Q4/2026

Hilfe auch in Zukunft

Das wirtschaftliche Überleben wird in Kinshasa immer schwieriger. Umso grösser ist der Erfolg und die Leistungen aller Involvierten an der EPROBA einzuschätzen. Das verdient weiterhin unser Vertrauen und unsere finanzielle Unterstützung. Vielleicht helfen Sie auch mit einer individuellen Spende, einigen kongolesischen Jugendlichen eine Basis für ihre Zukunft zu legen. Ihre Spende können Sie mit dem Stichwort «ICPA» auf folgendes Konto einzahlen:

IBAN: CH63 0025 7257 1064 05M3 D
Berufsbildung Afrika – Stiftung Drs. Werner und Louise Greuter-Briner
8400 Winterthur

Herzlichen Dank!