Jeden Mittwoch wird der Mittagstisch der reformierten Kirche Kilchberg zu einem Ort der Begegnung. Hier kommen Menschen zusammen, um gemeinsam zu essen, sich auszutauschen und Gemeinschaft zu erleben. Möglich wird dieses Angebot durch den engagierten Einsatz zahlreicher Freiwilliger, die mit Zeit, Herz und Tatkraft zum Gelingen beitragen.
Was motiviert Menschen, sich freiwillig zu engagieren? Und was macht diese Aufgabe so besonders? Darüber haben wir mit den beiden Freiwilligen Martin Brügger und Fatima Sanjarani gesprochen.
Wie bist du dazu gekommen, dich beim Mittagstisch zu engagieren?
Martin Brügger: Als alleinstehender Mann war ich auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe, um mich sozial zu engagieren und unter die Leute zu kommen. Beim Mittagstisch habe ich genau diese Möglichkeit gefunden, aktiv zu helfen und gleichzeitig Teil einer Gemeinschaft zu werden.
Fatima Sanjarani: Da ich neu in Kilchberg bin und zurzeit Deutsch lerne, ist es mir wichtig, neue Menschen kennen zu lernen und mich besser in der Gesellschaft zu integrieren. Ich bin auf den Vorschlag einer Freundin zum Mittagstisch gegangen und habe die Atmosphäre dort als sehr freundlich und inspirierend empfunden. Deshalb habe ich nach einer Möglichkeit gefragt, mitzuarbeiten und auch erfahren, dass diese Tätigkeit freiwillig ist. Ich habe mich sofort entschieden mitzumachen, weil ich gerne mit Menschen arbeite und etwas Sinnvolles tun möchte.
Was bedeutet dir deine Freiwilligenarbeit beim Mittagstisch?
Martin Brügger: Diese Arbeit bedeutet mir sehr viel, und ich möchte den Mittwoch auf keinen Fall mehr missen. Ich habe dadurch viele nette Menschen kennengelernt und schätze es sehr, feste Kollegen zu haben, mit denen ich Hand in Hand zusammenarbeiten kann.
Fatima Sanjarani: Diese Freiwilligenarbeit bedeutet mir sehr viel. Es macht mich glücklich zu sehen, dass sich die Gäste wohlfühlen und das gemeinsame Essen geniessen. Ich habe das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun und anderen eine Freude zu bereiten.
Wie sieht ein typischer Einsatz beim Mittagstisch aus – von der Vorbereitung bis zum Abschluss?
Martin Brügger: Mein Einsatz beginnt mit den gemeinsamen Vorbereitungen im Team, um den Raum und die Tische für die Gäste einladend herzurichten. Während des Essens sorgen wir gemeinsam für einen reibungslosen Ablauf und widmen uns nach dem Verabschieden der Gäste den gemeinsamen Aufräumarbeiten.
Fatima Sanjarani: Ich helfe überall dort, wo meine Unterstützung gebraucht wird. Ich räume die Tische ab, spüle das Geschirr und helfe beim Aufräumen. Nach der Arbeit sitzen wir Freiwilligen meistens noch zusammen, trinken einen Kaffee und unterhalten uns.
Gibt es eine Begegnung oder einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Martin Brügger: Besonders in Erinnerung bleiben mir die Momente, in denen die Gäste ihre Dankbarkeit für das gemeinsame Essen ausdrücken. Zu sehen, wie ältere oder alleinstehende Menschen durch unser Angebot wieder aufblühen und Freude am Austausch haben, ist sehr berührend.
Fatima Sanjarani: Ein besonders schöner Moment war, als ich ein afghanisches Essen gekocht habe. Die Gäste haben sich sehr darüber gefreut und sich herzlich bei mir bedankt. Das hat mich sehr berührt und glücklich gemacht.
Welche Bedeutung hat der Mittagstisch aus deiner Sicht für die Gäste und für die Gemeinschaft?
Martin Brügger: Der Mittagstisch ist ein zentraler Treffpunkt, der Einsamkeit entgegenwirkt und den Zusammenhalt im Ort spürbar stärkt. Er bietet den Gästen nicht nur eine ausgewogene Mahlzeit, sondern vor allem einen Raum für wertvolle soziale Kontakte und regelmässigen Austausch.
Fatima Sanjarani: Der Mittagstisch ist für mich viel mehr als ein Ort zum Essen. Er bringt Menschen mit unterschiedlichen Herkünften zusammen, fördert Begegnungen und Gespräche und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Besonders für Menschen, die sich manchmal einsam fühlen, ist dieses Angebot sehr wertvoll.
Was würdest du jemandem sagen, der überlegt, sich freiwillig beim Mittagstisch zu engagieren?
Martin Brügger: Ich kann es jedem nur empfehlen, da man der Gemeinschaft direkt hilft und unglaublich viel Herzlichkeit zurückbekommt. Es ist die perfekte Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und Teil eines engagierten, kollegialen Teams zu werden.
Fatima Sanjarani: Ich würde sagen: Probiere es einfach aus! Es ist eine wertvolle Erfahrung. Man lernt tolle Menschen kennen, kann anderen helfen und bekommt selbst ein gutes Gefühl dabei.
Der Mittagstisch lebt von Menschen, die ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihre Herzlichkeit schenken. Das Engagement von Martin Brügger und Fatima Sanjarani steht stellvertretend für die vielen Freiwilligen, die Woche für Woche dazu beitragen, dass Gemeinschaft gelebt werden kann.
Wir danken allen freiwillig Engagierten herzlich für ihren wertvollen Einsatz.
Möchten auch Sie Teil unseres Teams werden? Wir freuen uns jederzeit über neue Freiwillige. Gemeinsam schaffen wir einen Ort, an dem Begegnung, Zusammenhalt und Gastfreundschaft im Mittelpunkt stehen.
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