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Operngala 2023 – Lebensfreude dank spanischen Liedern

Es beflügelt, mit einer wunderbaren Operngala ins neue Jahr zu starten. Auf Einladung der reformierten Kirche genossen rund 250 Personen das Konzert, das mit sentimentaler und rhythmusstarker Musik erfreute.

Voller Vorfreude warteten die Gäste am späten Nachmittag des Neujahrstages auf den Konzertbeginn. Viel Schönes und Erhabenes würden sie erleben. Das wussten vor allem die Stammgäste des traditionellen Kilchberger Neujahrsevents, doch auch «Neulinge» warteten gespannt auf den Start des Musikprogramms: In diesem Jahr standen spanische Lieder und Arien aus Opern und Operetten im Fokus. Die Auswahl der Gesänge für den Konzertabend besorgte das internationale Trio: Sopranistin Rosa Maria Hernández kommt aus Mexiko, Mezzosopranistin Bernadeta Sonnleitner hat Wurzeln in Polen und Tenor Luis Magallanes ist aus Venezuela. Rafael Gordillo, der aus Madrid stammt, begleitete die beiden Sängerinnen und den Sänger am Klavier. Max Sonnleitner, Organist der Kirchgemeinde, moderierte den Abend.

Bewegende Liebeslieder
Der Konzertabend startete mit dem bekannten «Duo de Niña y Maya» aus der Kammeroper «Don Gil de Alcalá» von Manuel Penella. Rosa Maria Hernández sang zusammen mit Bernadeta Sonnleitner das spanische Lied aus dem 19. Jahrhundert. Im anrührenden Stück steht die Liebe eines ungleichen Paares unter einem schwierigen Stern, findet nach vielen Irrungen und Wirrungen aber zu einem glücklichen Ende.

Es folgte aus «El Barberillo de Lavapiés» das «Canción de Paloma», das Lied von der Taube, vorgetragen von der Sopranistin Hernández. Komponiert wurde es vom Spanier Francisco Asenjo Barbieri. Er gilt als Vater der «Zarzuela». Diese wird auch als spanische Oper definiert und ist ein Stück mit gesungenen Dialogen und einer tragischen Handlung.

Es folgte «Amapola», zu deutsch die «Mohnblume». Der Schlager, komponiert von José Maria La Calle, wurde bekannt, weil er im Film «First Love» zu hören war. In Kilchberg sang Tenor Luis Magallanes dieses sehnsüchtige und sentimentale Liebeslied aus dem Jahr 1924.  Auch bei den Liedern des österreichischen Komponisten Robert Stolz blieb man bei der Liebe und Herzensbekenntnissen. Das Publikum freute sich über «Nur für Dich schlägt mein Herz allein» und «Spiel auf Deiner Geige das Lied von Leid und Lust».

Besonders geschätzt wurde von den Gästen, dass die Gesänge immer wieder in unterschiedlicher Besetzung vorgetragen wurden. Bewundert wurde auch das Können des jungen Künstlers am Klavier: Rafael Gordillo legte grossen Wert auf ein harmonisches Ensemble zwischen Lied und Piano, was ihm vorzüglich gelang.


An Tänze erinnern
Die vorgetragenen Lieder waren inspiriert von verschiedenen Tänzen, wie Musikkenner feststellten. Beim Lied «Duo de Niña y Maya» war der Rhythmus einer Habanera herauszuhören. Der langsame und emotionale Tanz ist verwandt mit dem Tango und stammt ursprünglich aus Kubas Hauptstadt Havanna. Auch ein Paso Doble war zu vernehmen: Der spanische Tanz aus dem 19. Jahrhundert wird den lateinamerikanischen Tänzen zugeordnet. Zu hören war auch eine Seguidilla, also ein traditionelles spanisches Tanzlied im mässig schnellen Dreiviertel-Takt. Oder darf es vielleicht ein rassiger Csárdás sein? Diese Musik stammt ursprünglich von Zigeunerkapellen in Ungarn und im rumänischen Siebenbürgen. Selbstverständlich kamen auch Polka und Walzer-Rhythmen zur Aufführung, die dem Publikum vertrauter waren.

Lieder von Freud´ und Leid
Im Konzert waren weiter beliebte Österreicher Klassiker zu hören: Bernadeta Sonnleitner sang das ulkige Schwipslied von Johann Strauss «Mir ist auf einmal so eigen zumute….» aus «Eine Nacht in Venedig». Dem Publikum wurde auch der Fortgang der Geschichte präsentiert: «Irgendwas prickelt und kitzelt im Blute, irgendetwas trägt mich weit, weg in Himmels Seligkeit». Dass die Sängerin dem Publikum anschaulich ein Champagnerglas entgegenhielt, machte die Posse noch spezieller. Lachen fiel leicht und liess alle Probleme der Welt für einen Moment vergessen. Sentimental fuhr Luis Magallanes im Programm fort. Er punktete mit «Oh Mädchen, mein Mädchen» aus der Operette «Friederike» von Franz Lehar. Es folgte aus der Oper «Carmen» von Georges Bizet die «Seguidilla».

Nachdenklich stimmte das Lied «Te quiero, Dijiste», komponiert von der Mexikanerin Maria Grever für einen amerikanischen Film. «Ich liebe dich, hast du gesagt», sagt die Mutter zur toten Tochter. Rosa Maria Hernández sang es zärtlich und liebevoll. Die Trauer soll nicht obsiegen, denn die Komponistin schrieb es in Dur und nicht in Moll.

Zum Abschluss des Konzertes sangen die beiden Sängerinnen und der Sänger «Irgendwo, auf der Welt, gibt’s ein kleines bisschen Glück» von Werner Richard Heymann. Das über 90-jährige Lied ging zu Herzen und stärkte die Zuversicht. Es half den Gästen in der Kirche, das neue Jahr nochmals hoffnungsvoll zu begrüssen.

Hoch geschätzter Apéro
Nach dem Konzert lud die Kirchgemeinde traditionsgemäss zum Apéro riche ins nahe Kirchgemeindehaus. Die Leute freuten sich, bei Speis´ und Trank mit andern über das hochkarätige Konzert und viel anderes ins Gespräch zu kommen und nochmals aufgeräumt und heiter auf das neue Jahr anzustossen.

Viviane Schwizer (Text und Fotos)


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